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Moritz SchneiderHead of Product
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Die Readiness-Pyramide

Sechs aufeinander aufbauende Ebenen, die klären, ob ein Bildschirmnetz vermarktbar ist – bevor die erste Kampagne verkauft wird.

Wofür das gedacht ist

Große Handelsorganisationen haben meist längst Screens, Player und funktionierende Content-Prozesse. Daraus entsteht regelmäßig die Erwartung, Retail Media sei im Wesentlichen eine Vertriebsaufgabe: Die Flächen sind da, jetzt müssen sie nur noch verkauft werden.

Die Pyramide widerspricht dieser Erwartung, indem sie die Voraussetzungen in eine Reihenfolge bringt. Ich benutze sie in Workshops mit Kundenteams und zur internen Bewertung, wie weit ein Vorhaben tatsächlich ist.

Die sechs Ebenen

1. Hardware und Screens. Geräte, Player, Konnektivität, Ausfallverhalten. Die einzige Ebene, die in den meisten Organisationen bereits steht – und die deshalb regelmäßig für den ganzen Weg gehalten wird.

2. Inventar- und Standortdaten. Ein Screen wird zur beschreibbaren, filterbaren und buchbaren Fläche: eindeutige ID, Standortmerkmale, Umfeld, Sichtbarkeit. Das klingt nach einer Datenmodellfrage und ist eine Produktentscheidung – erst hier entsteht etwas, das in einem Mediaplan stehen kann.

3. Zeit- und Slotlogik. Was ist eine vermarktbare Einheit? Wie viel Zeit ist überhaupt verkäuflich? Was passiert bei Überbuchung, was bei Ausfall? Ohne Antwort entstehen manuelle Sonderfälle, und Sonderfälle zerstören die Datengrundlage.

4. Vermarktungsmodell. Direkt, kontrolliert in-store, programmatisch – oder eine Kombination. Diese Entscheidung bestimmt, welche der darunterliegenden Ebenen wie streng ausgelegt sein müssen.

5. Reporting. Nachweisführung gegenüber dem Werbekunden. Die Ebene, an der sich entscheidet, ob ein Budget verlängert wird.

6. Programmatische Anbindung. Erst sinnvoll, wenn eins bis fünf tragen. Vorher erzeugt sie Reichweite auf einer Datengrundlage, die keiner Prüfung standhält.

Die eigentliche Regel

Die Reihenfolge ist der Inhalt des Modells. Wer Ebene vier verkauft, während Ebene zwei fehlt, erzeugt Zusagen, die der Betrieb nicht halten kann – und merkt es erst, wenn der erste Werbekunde einen Nachweis verlangt.

In der Anwendung ist die Pyramide deshalb weniger eine Checkliste als ein Gesprächsinstrument: Sie zwingt Technik, Daten, Betrieb und Vermarktung dazu, dieselbe Frage gleichzeitig zu beantworten.

Was bewusst fehlt

Keine Reifegrad-Punktzahl, kein Ampelsystem. Beides verführt dazu, eine Ebene für „weitgehend erfüllt" zu erklären und weiterzugehen. Eine Ebene ist entweder entschieden oder sie ist es nicht.

Der zugehörige Fall steht als Case Study zur Retail-Media-Readiness.